Das Problem: mit welcher Kamera fotografiert man fleischfressende Pflanzen?


Jeder, der fleischfressende Pflanzen züchtet, wird sich früher oder später mit diesem Thema beschäftigen. Auch bei mir war das so. Nun steht man jedoch vor einem Problem: Man bekommt mit einer normalen Kamera keine gescheiten Fotos hin. So gings mir ebenfalls. Also habe ich mich ein wenig erkundigt, über Fototechniken, Objektive und Kameras, und habe mir schließlich zu einer bereits vorhandenen Spiegelreflexkamera ein Makroobjektiv gekauft. Makro beginnt technisch gesehen ab 1:4, d.h. das Bild ist im Original viermal so groß wie auf dem Foto. Wer das nun einmal ausprobiert, der wird merken, dass alles andere als ein zufriedenstellendes Makrobild herauskommt. Meiner Meinung nach beginnen ordentliche Makroaufnahmen, die auch als solche zu erkennen sind, ab 1:1, d.h. das Bild ist auf dem Foto genau so groß wie im Original. Mit diversen Nahlinsen (praktisch wie Lupen) habe ich nun mein Makroobjektiv auf 2:1 gebracht, allerdings leidet nun die Schärfe und Bildqualität etwas, was mich aber angesichts der tollen Vergrößerung nicht wirklich stört. Für solche Aufnahmen benötigt man auf jeden Fall ein Stativ, da die Belichtungsdauer sehr hoch ist.
Unten seht Ihr zwei Beispiele aus meinem allerersten Makrofilm. Sie sind von 10x15-Fotos eingescannt, also etwas schlechter in der Qualität. Auf dem Glanzabzug siehts aber wirklich toll aus, vor allem wenn man ihn auf Postergröße abziehen lässt.






Und noch eine Lösung!


Zuuuuuuuuuufälligerweise kaufte sich in meinem engsten Verwandtenkreis jemand eine Digitalkamera. Ich hatte gehört (und hatte mich von dieser Meinung sofort überzeugen lassen...), dass man mit Digitalkameras keine ordentlichen Makrofotos machen kann, auch wenn es heißt 'mit Makrofunktion'. Nun, jetzt wurde ich eines Besseren belehrt: die 4 Megapixel Kamera von Minolta tut sehr gute Dienste, die eingebaute Makrofunktion ist wirklich top. Eigentlich müsste ich sogar eingestehen, dass sie fast besser ist als mein gekauftes Objektiv... ;)
Die einzigen Probleme die ich hatte:
- auf dem kleinen LCD-Display kann man unmöglich erkennen, ob der Autofokus-Sucher das Richtige scharfstellt
- will man richtige Makroaufnahmen hinkriegen, muss man die höchste Auflösung mit höchster Bildqualität kombinieren, was auf eine Bildgröße von 11 MB herausläuft.
- man muss eine Mindestentfernung einhalten (16 cm), um im Schärfebereich zu bleiben, was etwas schwierig abzuschätzen ist.

Nun ist es natürlich nicht so, dass man jede beliebige Digitalkamera verwenden kann. Eine Megapixel-Anzahl von 4 sollte man schon haben. Erst dann kann man die geknipsten Bilder soweit vergrößern, dass man einen ordentlichen Makroauschnitt bekommt. Eine Kamera mit weniger Megapixel würde bei der späteren Vergrößerung mit einem Bildbearbeitungsprogramm so pixelige Bilder liefern, dass man nichts mehr erkennt. Unten seht ihr ein Beispiel für dieses nachträgliche Vergrößern. Zuerst das Foto aus ca. 20 cm Entfernung auf den Sonnentau, die Qualität war so hoch eingestellt, dass ich das Bild noch ca. 4 mal vergrößern konnte, ohne dass es pixelig wurde (hier ist das Original natürlich komprimiert dargestellt). Das Ergebnis seht ihr danach, vielleicht findet ihr ja den Auschnitt auf dem Originalfoto wieder ;)






Kosten der Ausrüstung:


1.Variante
Spiegelreflexkamera, z.b. Canon EOS 500 oder Nikon F 50ca. 200€
Makroobjektiv, z.b. von Sigma oder Tamronca. 150€
div. Nahlinsen mit passendem Durchmesserca. 50€
kleines Stativ oder Tischstativca. 20€
Kosten gesamt: ca. 420€


Achtung: Alle Preise sind Einzelpreise! Man sollte natürlich versuchen, Kamera und Objektiv im Set zu kaufen! Des Weiteren sind die Kosten für die Entwicklung und das zusätzliche Scannen der Bilder für den digitalen Gebrauch nicht zu unterschätzen!


2.Variante
Digitalkamera, z.B. Minolta Dimage S404ca. 600€
Akkusatz oder Ladekabel15€
UV-Filter30€
ev. Stativca. 25€
Kosten gesamt: ca. 670€


Achtung: Nicht immer werden mit der Kamera auch nötige Zubehörteile geliefert. Auf jeden Fall benötigt man eine Speicherkarte und ein Ladegerät/Akkus/Netzteil, je nach Bau der Kamera.
Digitale Bilder kann man heute schon sehr günstig auf Fotopapier abziehen, wer das machen will, sollte nicht ins Fotogeschäft gehen, da es dort sehr teuer ist. Schaut doch einfach mal bei kodak.de oder durchsucht das Internet nach weiteren Anbietern.